Sozialverhalten, lerne dein Pony besser zu verstehen

Sozialverhalten, lerne dein Pony besser zu verstehen

Der älteste bekannte Vorfahre des Pferdes ist der Eohippus. Der Eohippus hatte weniger Ähnlichkeit mit dem uns bekannten Pferd/Pony sondern eher mit einer Katze. Er hatte eine Größe von nur 25 bis 45 cm, vierzehige Vorderfüße, dreizehige Hinterfüße und war ein Laubfresser (in Wäldern beheimatet). Der Eohippus lebte vor ca. 60 Millionen Jahren und hat sich über die Millionen Jahre hinweg vom Wald- zum Steppentier entwickelt. Im Laufe dieser Entwicklung wurden die Tiere immer größer und entwickelten sich zum Grasfresser. Auch fingen sie an, nur noch mit der mittleren, behornten Zehe den Boden zu berühren. Diese Entwicklung zum Einzeher ist der Grund dafür, warum pferdeartige Tiere (Zebras, Esel und Halbesel) Equiden genannt werden. Durch den Wechsel des Lebensraumes, vom Wald zur Steppe entwickelte sich das Pferd zu einen hoch spezialisierten Lauf- und Fluchttier, dessen gesamter Körper auf diese Herausforderungen angepasst ist. Dies äußert sich u.a. in einer schnellen, guten Durchblutung der Muskeln, eine große, leistungsstarke Lunge, besonders geschärfte Sinnesorgane (vor allem Sehen, Hören und Riechen). Diese Entwicklung zum Lauf und Fluchttier ist auch der Grund dafür, dass Pferde schreckhaft sind. Dieses vorsichtige Verhalten ist in der freien Wildbahn lebensnotwendig. 

Pferde und Ponys sind Herdentiere. Sie haben in ihrer Herde klare Hierarchien. Pferde, die in der freien Wildbahn leben, leben in Herdenverbänden von ca. 20 Tieren. Angeführt werden diese Herden von einer Leitstute und einem Leithengst. Bei der Leitstute handelt es sich meistens um eine ältere Stute, die genügend Erfahrung besitzt, um die Herde an gute Futterplätze und Wasserstellen zu führen. Der Leithengst übernimmt die Rolle des Beschützers. Junghengste werden mit 2-3 Jahren aus der Herde, vom Leithengst herausgetrieben. Dies ist ein typisches Verhalten des Leithengstes, um Konkurrenz zu vermeiden. Die Junghengste wiederum bilden kleine Junghengstherden. Sobald die Junghengste sich stark genug fühlen, versuchen Sie jeweils eine eigene Stutenherde für sich zu gewinnen, indem sie einen Leithengst herausfordern und versuchen somit seinen Platz einzunehmen. 

Das Herdenverhalten von Pferden ist sehr ausgeprägt. Sie fühlen sich nur wohl in Sozialverbänden unter Artgenossen. In der freien Wildbahn ruhen inmitten der sozialen Gruppe, weil immer einer der Artgenossen aufpasst. Gegenseitige Fellpflege ist auch wichtig, um soziale Verbindungen zu stärken. Spielen ist ebenfalls ein Zeichen von Wohlbefinden bei Pferden/Ponys. Es dient neben einer Verbesserung der sozialen Bindungen, auch dazu den Körper zu trainieren. Neben einer intensiven gegenseiteigen Fellpflege, ist wälzen eine absolutes Grundbedürfnis. Pferde bevorzugen hier staubigen, sandigen und trockenen Untergrund. 

In freier Wildbahn sind Pferde bis zu 16 Stunden am Tag auf Nahrungssuche, das bedeutet sie befinden sich den größten Teil ihrer Zeit in Bewegung und nehmen dabei kleine Portionen Futter auf. 

Pferde ruhen 7 bis 9 Stunden täglich (über den Tag verteilt). Man kann diese Ruhephasen in 3 verschiedene Phasen einteilen; Dösen (erfolgt im Stehen), Ruhen (leichter Schlaf in Bauchlage), Tiefschlaf (Pferd liegt in Seitenlage mit ausgestreckten Beinen).

Pferde/ Ponys haben unterschiedliche Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren. Der Hauptteil der Kommunikation erfolgt geräuschlos, um keine Fressfeinde anzulocken. Die Körperhaltung ist hier ein wichtiges Kommunikationsmittel. Die Körperhaltung kann sich von einer absoluten Entspannung (Ruhestellung) bis zur höchsten Anspannung (Achtungsstellung) äußern. Auch der Gesichtsausdruck kann viel Aufschluss über die Stimmung der Pferde/ Ponys geben. Man unterscheidet hier in ungerichtete Gesichtsausdrücke und gerichtete Gesichtsausdrücke. Zu den ungerichteten Gesichtsausdrücken zählen u.a. Dösen, Gähnen, Flehmen oder das Rossigkeitsgesicht. Gerichtete Ausdrücke sind Unterlegenheitsgebärden, Putzgesicht, Drohgesicht und Schmerzgesicht. Pferde können sich auch akustisch verständigen, durch wiehern, stöhnen, blasen, quietschen und schnauben. 

Auch die Wasseraufnahme ist an die freie Wildbahn angepasst. Pferde sind Saugtrinker, das heisst, dass sie Wasser durch ihre zusammengepressten Lippen einsaugen und ab schlucken. Aus diesem Grund bevorzugen sie auch offene Wasseroberflächen. Pferde trinken zwischen 20 bis 60 Liter am Tag, je nachdem welche Leistung sie erbringen und wie viel sie schwitzen. 

Wir hoffen, dass euch der Blog hilft das Verhalten eurer Pferde/Ponys besser zu verstehen. 

 

Euer Ponyreiter-Team 


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