Satteln und trensen

Satteln und trensen

Wenn man reiten lernt, gehört das Trensen und Satteln der Pferde zu einem der ersten Abläufe, die man sich aneignen muss. Auch Kinder sollten den richtigen Umgang mit dem Zaumzeug von Anfang an unter Aufsicht lernen. Die Begleitung durch einen erfahrenen Reiter ist auch für Erwachsene anfangs sehr wichtig. Fehlerhaft aufgelegte Sättel und falsch verschnallte Trensen können zu unangenehmen, schmerzhafte Druck- und Wundstellen beim Pferd führen.

Satteln

Als erstes wird das Pferd gesattelt. Dies geschieht ausschließlich von der linken Seite des Pferdes. Bevor der Sattel aufgelegt wird, wird zunächst eine geeignete Schabracke oder Satteldecke benötigt. Der Unterschied zwischen einer Schabracke und einer Satteldecke liegt in der Form. Eine Satteldecke umformt den Sattel nur um wenige Zentimeter und lässt somit viel Sicht auf das Pferd zu. Eine Schabracke hingegen hat eine rechteckige Form und endet nicht knapp hinter dem Sattelrand sondern bedeckt einen größeren Teil des Pferdes. Satteldecken und Schabracken sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Sie richten sich dabei nach der Sattelform. Es gibt welche für Vielseitigkeit, Dressur und Springen. Dressursättel haben ein längeres Sattelblatt, an dem sich auch die Passform der Dressurschabracken/-decken orientiert. Springsättel hingegen haben wegen der kurzen Bügel, die man beim Springen benötigt, ein deutlich kürzeres Blatt. Vielseitigkeitssättel sind eine Mischung aus Dressur- und Springsattel. Die Sattelschabracke/-decke wird auf den Rücken des Pferdes, um genauer zu sein auf dem Widerrist des Pferdes positioniert. Dazu muss sie bis zum Haaransatz des Pferdes/Ponys vorgezogen werden.

Oft wird ein Sattel mit Korrekturpads optimiert. Diese Korrekturpads sind nötig, wenn der Sattel nicht optimal ans Pferd angepasst werden kann. Das ist z. B. bei Pferden mit einem schwierigen Rücken der Fall. Sie können aber auch vorbeugend eingesetzt werden, um das Gewicht des Reiters abzufedern und deücken somit zu entlasten. Die beliebtesten Korrekturpads sind aus Lammfell oder Gel. Sie werden ebenfalls auf den Wiederrist aufgelegt und ziehen sich den Pferderücken in den Bereichen entlang, in denen auch der Sattel auf der Wirbelsäule des Pferdes aufliegt. Wichtig ist hier, dass das Pad und auch die Sattelschabracke/-decke mittig liegen und nicht zu einer Seite des Pferdes verrutscht. Sobald die Schabracke/Decke richtig platziert ist, erfolgt das Auflegen des Sattels. Der Sattel sollte genau auf der Linie des Sattelbadaufgelegt werden. Wird das Pad nicht benötigt wird, muss der Sattel auf dem Widerrist aufliegen, sodass er kurz hinter der Schabracke/Decke endet. Anschließend ist es sinnvoll, eine Hand vorne in die Schabracke/Decke zu stecken und diese so weit unter dem Sattel herauszuziehen, dass man die Hand bequem hineinstecken kann, ohne dass der Sattel aufliegt. Diese Bewegung nennt man „Einkammern“. Hier muss sich die Unterlage an die Kammer des Sattels schmiegen. Sobald der Sattel auf dem Pferderücken zum Liegen gekommen ist, sollte man die Gurtstrippen durch die Schlaufen der Schabracke/Decke ziehen. Jetzt müssen auch alle weiteren Bänder, die zur Fixierung der Schabracke dienen, befestigt werden, damit der Sattel hier nicht mehr verrutschen kann. Anschließend benötigt man einen Sattelgurt um den Sattel zu fixieren. Auch hier gibt es wieder verschiedene Varianten: Für Sättel mit langen Gurtstrippen benötigt man Kurzgurte, für Sättel mit kurzen Gurtstrippen werden hingegen Langgurte verwendet. Der Gurt wird zuerst auf der rechten Seite befestigt und anschließend auf der linken Seite. Den Gurt sollte man an denbeiden äußersten Gurtstrippen befestigen (die mittlere Gurtstrippe bleibt frei). Besonders zu Anfang sollte der Druck des Sattelgurtes nicht zu stark sein. Besser ist es, immer wieder vorsichtig nachzugurten, nachdem man sein Pferd ein paar Runden in der Halle geführt hat und mehrmals während des Reitens. Andernfalls würde der plötzliche starke Druck am Bauch dem Pferd Schmerzen zufügen. 

 

Trensen

Zum Auftrensen benötigt man zuerst die passende Trense. Hier gibt es verschiedene Reithalfter (Nasenriemen an der Trense), die sich in ihrer Wirkungsweise voneinander unterscheiden. Die beliebtesten Reithalfter sind das englisch kombinierte Reithalfter, das hannoveranische Reithalfter und das mexikanische Reithalfter. Das englisch kombinierte Reithalfter besteht aus einem Nasenriemen und einem Sperrriemen. Der Nasenriemen wird zweifingerbreit unter dem Jochbein angebracht und der Sperrriemen umschließt die Kinnpartie unterhalb des Gebisses. Dieses Reithalfter unterstützt ein geschlossenes Pferdemaul, ohne jedoch die Kauaktivität des Pferdes zu stören. Das hannoveranische Reithalfter gehört ebenfalls zu den Klassikern in der Reitlehre. Es wurde vor allem für Pferde entwickelt, die dazu neigen, durch seitliche Bewegungen des Unterkiefers, den Zügelhilfen auszuweichen. Sie haben ausschließlich einen Nasenriemen, der unterhalb des Gebisses die Kinnpartie des Pferdes umschließt – ähnlich demSperrriemen beim englisch kombinierten Reithalfter. Beim hannoveranischen Reithalfter verläuft der Nasenriemen mehr auf der Linie der Nüstern, was eine erhöhte Vorsicht beim Anlegen dieses Riemens erfordert, um nicht versehentlich die Sauerstoffzufuhr abzuklemmen. Das mexikanische Reithalfter ist ein Reithalfter, das vermehrt im Springsport eingesetzt wird. Es hat eine ähnliche Wirkung wie das englisch kombinierte Reithalfter mit dem Unterschied, dass an der Stelle auf dem Nasenriemen, an der sich die unteren Riemen kreuzen, ein Polster montiert ist, um ein hängenbleiben der Schenkel zu vermeiden.

Das Auftrensen erfolgt, so wie das Aufsatteln, von der linken Seite. Hierfür löst der Reiter idealerweise zuerst den Strick des Pferdes und legt den Zügel über dessen Hals. Anschließend wird das Halfter dem Pferd ausgezogen und so zur Seite gelegt, dass das Pferd nicht reintreten kann. Die rechte Hand wird auf den Nasenrücken des Pferdes gelegt, um dieses davon abzuhalten wegzulaufen. Parallel dazu führt der Reiter, mit der linken, flachen Hand das Gebiss vor das Maul des Pferdes und drückt dabei den Daumen der linken Hand vorsichtig an die Lefzen des Mauls, um das Pferd zum Öffnen des Mauls zu bewegen. Sobald das Pferd sein Maul öffnet, schiebt der Reiter vorsichtig das Gebiss hinein und zieht dabei langsam den restlichen Teil der Trense mit der rechten Hand nach oben. Anschließend muss die Trense noch behutsam über die Ohren gezogen werden (zuerst übers linke Ohr). Danach werden Schopf und die Mähne unter dem Genickstück sortiert. Wichtig ist, dass der Reiter vor dem Verschnallen der Riemen überprüft, ob die Trense und das Gebiss zu allen Seiten gerade anliegen. Als erstes verschnalltman den Kehlriemen. Wichtig ist hier, dass noch eine aufgestellte Faust zwischen Kehlriemen und Pferd passt. Anschließend folgt das Verschließen des oder der Nasenriemen. Hier sollten im geschlossenen Zustand unbedingt (unabhängig vom Reithalfter) zwei Finger durch die Riemen passen können. Gleiches gilt für den Sperrriemen beim englisch kombinierten oder schwedisch kombinierten Reithalfter (ähnlich, wie das englisch kombinierte Reithalfter, nur mit mehr Polsterung und Umlenkschnallen), den man als letztes verschließt. 

In diesen kurzen Videos, erklärt euch unsere Tati, direkt am Pferd den genauen Ablauf noch mal anschaulich und in ihren eigenen Worten. Schaut doch mal rein 🤗

Euer Ponyreiter-Team 🦄


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