Herpes und Druse, was ist das überhaupt?

Herpes und Druse, was ist das überhaupt?

Immer wieder liest man im Internet, von den gefürchteten Pferdekrankheiten Druse und Herpes. Aber um welche Krankheiten handelt es sich hier und wie kann ich mich und mein Pony/Pferd am besten davor schützen?

Das Equine Herpesvirus hat neun klassifizierte Herpesviren (EHV), die bedeutsamsten Vertreter sind die ersten fünf Typen. Man schätzt, dass circa  60-80% der gesamten Pferdepopulation latente Träger des Virus sind. Stress und/oder ein geschwächtes Immunsystem, können zum Ausbruch des Herpesvirus führen. Das Herpesvirus überträgt sich leicht, von Pferd zu Pferd über Tröpfcheninfektionen. Auch eine indirekte Übertragungen, über Kleidung, Halfter, Putzkoffer, Mistkarre etc. ist möglich. Die unterschiedlichen Herpesviren, unterscheiden sich durch verschiedene  Symptome. Besonders gefürchtet sind EHV1 und EHV4. Beide Herpesviren Typen äußern sich durch  Symptome der Atemwege, Fieber und Aborte oder die Geburt von lebensschwachen Fohlen(die meist wenige Tage nach der Geburt sterben).

Weiter treten in manchen Fällen neurologische Störungen auf, die zu schwerwiegenden Spätfolgen führen können und nicht selten tödlich enden. Die Typen 2 und 5 können zu Erkrankungen der oberen Luftwege sowie zu Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen. EHV3 wird auch als „Deckseuche“ bezeichnet, weil sie sich übers Decken überträgt und sich durch Bläschen und Pusteln an den Genitalien äußert. 

Es gibt die Möglichkeit, Pferde gegen die Virustypen 1 und 4 zu impfen. Die Impfung kann den Herpesausbruch beim einzelnen Pferd nicht sicher verhindern, sie verringert aber die Ausscheidung der Viren wodurch das Ansteckungsrisiko für die restlichen Pferde verringert wird. Die Impfung hat den höchsten Nutzen, wenn möglichst alle Pferde geimpft sind. Das Virus lässt sich nicht direkt behandeln, man kann nur die Symptome mindern.

Vorbeugung ist der beste Schutz:

  • Erkrankte Tiere sollten direkt von den Gesunden separiert werden, bei den restlichen Pferden/Ponys regelmäßig Fieber messen 
  • Nach der Versorgung der erkrankten Tiere, sollte man seine Kleidung wechseln und sich gründlich desinfizieren
  • Auch Schubkarren, Mistgabeln etc., die zur Versorgung der kranken Pferde/Ponys benutzt werden, müssen von den gesunden Pferde/Pony ferngehalten werden.
  • Das Immunsystem der Pferde/Ponys sollte unterstützt werden (Vitamine Mineralstoffe?), besonders in Zeiten, in denen Pferde/Ponys unter starker Belastung oder Stress stehen und im Fellwechsel 
  • Auch externe Personen, wie z.B. Tierärzte und Hufschmiede müssen sich an die Hygienevorschriften halten
  • Sobald alle Pferde/Ponys wieder gesund sind, sollten die Stallungen gründlich desinfiziert werden

Druse ist eine sehr ansteckende bakterielle Erkrankung, die vor allem die oberen Atemwege der Pferde/Ponys befällt. Insbesondere die Lymphknoten im Hals-, Kehl- und Rachenbereich entzünden sich. Es kommt zu starken Schwellungen der Lymphknoten, die sich zu einem eitrigen Abszess ausbilden und nach einer gewissen Zeit aufplatzen. Druse wird durch Bakterien der Spezies Streptococcus equi subspezies equi verursacht. 10%-20% der betroffenen Tiere werden zum Dauerausscheider, weil das Immunsystem die Bakterien nicht gänzlich abtötet.

Typische Symptome sind: 

  • Hohes Fieber 
  • Appetitlosigkeit
  • Pferde sind geschwächt
  • Husten und Nasenausfluss
  • Schwellungen der Lymphknoten 
  • Erschwerte Atmung 

Besonders junge Pferde sind betroffen, einige ältere Pferde haben gegen Druse eine Immunität entwickelt. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt, von Pferd zu Pferd oder durch Gegenstände, die mit Bakterien behaftet sind. Pferde/Ponys sind schon Überträger, bevor sie deutliche Symptome einer Erkrankung zeigen. Eine Behandlung mit Antibiotika, ist in einem frühen Stadium der Krankheit meist erfolgreich und verringert auch ein Ausbreiten auf den restlichen Bestand. In einem späteren Stadium, in dem sich schon Abszesse gebildet haben, kann ein Aufschneiden dieser, dem Pferd/Pony Erleichterung verschaffen. Die meisten Pferde können vollständig genesen. Druse endet sehr selten tödlich, nur in ca. 1% der Fällen. 

Es gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, wie bei Herpes (s. oben).

Fazit: Eine artgerechte Haltung, mit viel Auslauf an der frischen Luft und einer individuellen Fütterung, ist die beste Prophylaxe. Doch sollten eure Pferde/Ponys Symptome aufweisen, ruft auf jeden Fall einen Tierarzt. Sicher ist sicher!


Euer Ponyreiter-Team


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