Erstes eigenes Pony

Erstes eigenes Pony

Ein Kindheitstraum wird wahr: Das erste eigene Pony soll her 😍.Was sich so romantisch anhört, ist im wirklichen Leben eine Entscheidung, die gut durchdacht und vor allem gut geplant werden sollte. Ansonsten kann der Kindheitstraum schnell zum Albtraum werden. 

Mit der Entscheidung sich oder seinem Kind ein eigenes Pony zu kaufen, übernimmt man die Verantwortung für ein Lebewesen und im besten Fall für ein neues Familienmitglied. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, müssen einige wichtige Grundregeln beachten werden.

Hierfür lohnt es sich eine Liste zu erstellen, um keinen wichtigen Punkt zu vergessen.

1. Welches Pony passt zu mir?

Hiermit sind vor allem die Erwartungen an das zukünftige Pony gemeint. Soll das Pony zum Beispiel vorwiegend als ein Freizeitpartner fürs Gelände , um einfach die Seele baumeln zu lassen bestimmt sein oder möchte man mit ihm als Partner zusammen auf Reitturniere starten oder sogar beides? 😊

Auch muss man sich gut überlegen, welche äußerliche Vorstellung man von dem Pony hat. Soll es eine bestimmte Rasse oder eine besondere Farbe sein? Das ist natürlich nicht ganz unwichtig, aber auch hier zählen, wie in jeder guten Beziehung, vor allem die inneren Werte!

Darüber hinaus spielen das Alter und der Ausbildungsstand des Ponys eine zentrale Rolle. Gerade beim ersten Pony empfiehlt es sich, ein älteres und erfahreneres Pony zu wählen. Insbesondere weil man dabei oft selbst noch etwas unsicher ist und für die Ausbildung eines jungen Pferdes viel Erfahrung benötigt wird.

2. Wahl des passenden Reitstalls

Sehr wichtig ist auch die Wahl des passenden Reitstalls. Reiter und Pony brauchen eine geeignete Wohlfühl-Umgebung. Dafür ist ein guter Reitstall die Grundvoraussetzung! Das wichtigste Kriterium eines guten Reitstalls ist die Futter- und Einstreuqualität. Bei der Besichtigung eines Reitstalls empfiehlt es sich außerdem, auf die Luftqualität in den Stallungen zu achten. Es sollte vor allem im Winter zu keinen großen Temperaturunterschieden im Innen- und Außenbereich kommen. Auf keinen Fall darf es in den Stallgassen nach Ammoniak riechen. Weiter sollte man in Erfahrung bringen, wie das Mistsystem des Reitstalls ist: Wird wöchentlich der ganze Mist komplett aus den Boxen bzw. dem Auslauf gefahren oder wird täglich gemistet? Stehen die Pferde auf Stroh oder auf Strohalternativen? Sollten die Pferden auf Strohalternativen stehen, ist vor allen die ausreichende Fütterung mit Heu oder Silage sehr wichtig. Ein Pferd sollte pro Tag 1,5 bis 2 Kilogramm Raufutter pro 100 Kilogramm Lebendmasse zu fressen bekommen. Bei einem Pony, das circa 300 Kilogramm wiegt sind das 4,5 bis 6 KilogrammRaufutter pro Tag. Steht das Pferd auf Stroh kann man 1 bis 2 Kilogramm Raufutter abziehen, der Rest sollte mit Heu oder Silage ergänzt werden. Auch die Fütterung mit Kraftfutter variiert von Stall zu Stall: Einige Stallbetreiber bieten ihr eigenes Kraftfutter an, in anderen Ställen wiederum werden die Pferde mit Kraftfutter von den Einstallern selbst versorgt. Auch das sind Kosten, die später zu berücksichtigen sind. 

Ein guter Reitstall zeichnet sich aber nicht ausschließlich durch schöne, helle und saubere Stallungen aus, sondern auch durch die Trainingsbedingungen, die er seinen Einstallern bietet und durch sein Ausreitgelände (besonders wenn man hauptsächlich als Freizeitreiter ausreiten möchte!) 

Auch wichtig ist es, dem Pony genügend Auslaufmöglichkeiten zu bieten. Sollte das es in einem Offen- oder Aktivstall untergebracht werden, gibt es meist genug Flächen für ausreichendenAuslauf. In einem Pensionsstall, in dem die Pferde überwiegend in Boxen gehalten werden, sollte man auf ausreichend Auslauffläche achten und wie das rein- und rausstellen geregelt wird. Meist gibt es hier einen Raus- und Reinbringservice, der dies organisiert. 

Nicht zu vernachlässigen ist auch die zwischenmenschliche Stimmung in den Reitställen. Jeder muss für sich rausfinden, ob ihm die anderen Einstaller und auch der Anlagenbetreiber sympathisch erscheinen, weil es sich hier um Leute handelt, mit denen ich einen Großteil meiner Freizeit verbringe und dies sichtlich angenehmer ist, wenn man sich gegenseitig sympathisch findet. 

Die Reitlehrerwahl ist in vielen Reitställen streng geregelt. Manche Reitställe erlauben es, dass man eigene Trainer mitbringt , andere wiederum haben eigene Trainer, die sie ihren Einstallernzur Verfügung stellen. Gerade die richtige Trainerwahl ist am Anfang, wenn man mit seinem Pferd noch zusammenwachsen muss sehr entscheident. Aus diesem Grund sollte man sich die richtige Trainerwahl vorher gut überlegen und in der Situation, dass der Trainer einem vorgegeben wird, empfiehlt es sich vorher zumindest den Reituntericht und Beritt anzugucken, um entscheiden zu können, ob dieser Reitlehrer zu mir und meinem Pony passt.

3. Beratung beim Ponykauf

Gerade wenn man das erste Mal auf Pferdesuche geht, empfiehlt es sich, einen unabhängigen Fachmann zur Rate zu ziehen. Dieser Fachmann kann der eigene Trainer, aber auch ein guter Bekannter oder ein Familienmitglied sein, der oder das sich im Pferdegeschäft gut auskennen sollte. Auch empfiehlt es sich, ein Pony mehrmals Probe zu reiten, um ein gutes Gefühl für das Tier zu bekommen.

4. Ankaufsuntersuchung 

Um den Gesundheitszustand seines zukünftigen Ponys besser einschätzen zu können, sollte man eine Ankaufsuntersuchung vom Tierarzt des Vertrauens durchführen lassen. Der Umfang dieser sollte sich am geplanten Kaufpreis orientieren und vorher mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Dazu sollte man immer den eigenen Tierarzt (bzw. den Tierarzt, der auch zukünftig für das Pferd zuständig sein soll,) wählen.

5. Hufschmied

Bevor das auserwählte Herzenspony sein neues Zuhause beziehen kann, ist es ratsam sich nach einem geeigneten Hufschmied umzuschauen. Auch hier empfiehlt es sich, eine Vertrauensperson um Rat zu bitten. Ist der geeignete Hufschmied gefunden, sollte man mit diesem noch dessen freie Kapazitäten klären und wann das zukünftige Pferd das nächste Mal die Hufe gemacht bekommen muss (alle sechs bis acht Wochen).

6. Versicherungen 

Besonders wichtig ist ein guter Versicherungsschutz des neuen Familienmitglieds. Eine gute Haftpflichtversicherung ist ein Muss, um sich vor Schäden, die ein Pony schnell mal verursachen kann, gut abzusichern. Dies gilt auch für Fremdreiterschäden! Sollte man beabsichtigen, dass auch andere Reiter das Pony reiten, ist eine Versicherung, die Fremdreiterschäden mit abdeckt, sehr wichtig. Falls das Pony sich doch mal erschrecken sollte und sein Reiter dabei den Halt verliert, kann es schnell teuer werden. 

 

Ein weiteres Thema sind Kranken- und OP-Versicherungen fürs Pferd. Hier sollte man die Angebote auf dem Markt genau prüfen und sich ausrechnen, ob eine solche Versicherung Sinn macht. Alternativ kann man natürlich auch jeden Monat einen gewissen Betrag für unvorhersehbare Krankheitsfälle selbst sparen. Dies ist eine sehr individuelle Entscheidung, die man sich gut überlegen sollte. 

Ich hoffe, dass euch unser Blog gefallen hat. Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr euch gerne bei uns melden. Unser nächster Blog wird sich mit dem Thema der Erstausrüstung fürs erste eigene Pony beschäftigen. 

Euer Ponyreiter-Team🦄


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